5 Dezember 2021
2. Adventssonntag
Jahr C
Unsere Geschichte … unsere Geschichten! Sie sind der Boden, auf den der Same des Wortes fällt und der ihn aufnimmt, damit er Frucht bringt.
Warten… in der Geschichte
Die Worte Jeremias, mit denen diese Adventszeit eröffnet wurde, werden heute von seinem Jünger Baruch aufgegriffen, der die Rückkehr der Verbannten aus Babylon als einen neuen Exodus beschreibt, mit dem eine neue Geschichte beginnt. Der Evangelist Lukas, der darauf bedacht ist, sich als zuverlässiger Historiker darzustellen, stellt nach der Schilderung der Geburten von Johannes und Jesus diese in einen klaren historischen Rahmen. Auf diese Weise will uns der Evangelist sagen, dass das Kommen des Gottessohnes in unserer Geschichte verwurzelt ist und sie verwandelt, indem er ihr die richtige Bedeutung und Richtung gibt. Deshalb verblassen die Namen der damaligen politischen und religiösen Autoritäten innerhalb und außerhalb Israels vor dem Geheimnis, das der Welt offenbart werden soll: das Evangelium, von dem Paulus in einem liebevollen und andächtigen Ton zu uns spricht. Die Frage, die Johannes dem Täufer von all jenen gestellt wird, die durch seine Predigt wirklich herausgefordert werden, ist die Frage, die wir uns in der heutigen Liturgie zu eigen machen sollen: Was sollen wir tun? Mit dieser sehr konkreten Frage macht der Advent einen weiteren Schritt, der nicht nur notwendig, sondern auch wesentlich ist. Nur so kann die Erwartung des Herrn mit dem konkreten Raum zusammenfallen, den wir ihm in unserem Alltag und in unseren Beziehungen einräumen. Die Namen der damaligen politischen und religiösen Autoritäten innerhalb und außerhalb Israels verblassen angesichts des Geheimnisses, das der Welt offenbart werden soll: das Evangelium, von dem Paulus in einem liebevollen und andächtigen Ton zu uns spricht. Als Jünger sind wir aufgerufen, dem Geheimnis der Inkarnation in unserem konkreten Leben Raum zu geben, damit es zu einer Heilsgeschichte wird.
Kommentar von d. Michael David, osb Gemeinschaft von Koinonia de la Visitation
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster