30 Maggio 2021
Dreifaltigkeitssonntag
Jahr B
Um alles bitten, alles empfangen, alles geben: das sind drei Verben, die vom trinitarischen Geheimnis sprechen und uns zu Teilhabern an der Liebe Gottes machen.
P„Im Geist“, so schreibt Paulus im Römerbrief, „rufen wir ‚Abba! Vater!‘“. Das ist der Schrei des Kindes, das völlig auf den Vater angewiesen ist, aber auch der Schrei des Sohnes, der weiß, dass er alles aus den Händen des Vaters erhält und alles geben kann, in Freiheit, Vertrauen und Verantwortung. Es scheinen zwei sehr unterschiedliche Schreie zu sein, aber in Wirklichkeit sind sie derselbe Schrei: der von einem, der in seiner Not um alles bittet, um alles aus den Händen des Vaters zu empfangen und um anderen alles geben zu können. Um alles bitten, alles empfangen, alles geben, in diesen drei Verben steckt das Geheimnis der trinitarischen Liebe. In der ersten Lesung ruft Mose in unfassbarem Erstaunen aus: „Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses und hat man je solches gehört? Hat je ein Volk mitten aus dem Feuer die donnernde Stimme eines Gottes reden gehört?“ Unser Erstaunen sollte zunehmen: Wie ist es möglich, dass der Auferstandene zu uns, die wir uns nicht allzu sehr von den Jüngern der ersten Stunde unterscheiden, die sich niederwerfen und doch weiterhin zweifeln, sagt: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“ Wie ist das möglich? An die Dreifaltigkeit zu glauben bedeutet, das Wunder und die Freude an dieser Frage auszukosten: Wie ist das möglich? Und doch ist es möglich. Es geht darum, zu entdecken, dass es möglich ist, dass wir mit demselben Schrei sagen können: Vater, ich brauche alles. Vater, du gibst mir alles. Vater, du bittest mich und du gibst mir die Möglichkeit, anderen das zu geben, was ich von dir empfange.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster