12. Juni 2022
Dreifaltigkeitssonntag
Jahr C
Die Liebe Gottes hat sich offenbart, um in unsere Herzen einfließen zu können. Jetzt liegt es an uns, uns ganz hinzugeben.
Nach der Feier der Osterzeit, die im Pfingstfest ihren Abschluss findet, richtet die Kirche im heutigen Hochfest den Blick auf das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit. Der Allerhöchste findet seine Freude daran, seine trinitarische Liebe uns Menschen mitzuteilen, die dazu berufen sind, aus dieser unermesslichen Liebe zu leben. Es ist, als ob wir am Ende des langen Weges zwischen Fastenzeit und Ostern zu einer Pause der Kontemplation und tiefen Ruhe eingeladen sind, um durch unseren Herrn Jesus Christus Frieden mit Gott zu finden. Unsere Zeit ist die Zeit des Eindringens in die Tiefen des Geheimnisses, in der wir vom Geist der Wahrheit gelehrt und geleitet werden, der uns sanft zur Wahrheit der Liebe führt, deren Gewicht wir im Augenblick nicht zu tragen vermögen. Wir können diese süße Last nur tragen, wenn wir uns vom Leben Gottes beseelen lassen, der in seinem Wesen und seiner Dynamik die Liebe ist. Wenn wir die Anregung aus der ersten Lesung und die Worte des Herrn Jesus zusammennehmen, könnten wir uns das trinitarische Leben als ein ständiges Spiel mit dem drahtlosen Telefon vorstellen. Das Herzstück von Gottes Leben ist eine fortwährende Leidenschaft für die Gemeinschaft, die die Beziehung durch das nährt, was wir als kontinuierliche Kommunikation bezeichnen könnten. Eine Botschaft scheint unaufhörlich im göttlichen Leben zu fließen, eine Botschaft, die vom Vater durch den Geist in den Sohn fließt und jedes Geschöpf als feierliche Einladung erreicht, in dieselbe Dynamik und denselben Stil der Gemeinschaft einzutreten: Die Hoffnung enttäuscht also nicht!
Kommentar von d. Michael David, osb Gemeinschaft von Koinonia de la Visitation
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster