15. Mai 2022

Fünfter Sonntag der Osterzeit

Jahr C

Das Zeugnis der Apostel ist gleichbedeutend mit der Weitergabe einer Erfahrung von Kraft, Mut, Ausdauer, Liebe und Ausdauer.

Die Augen, die vom Glanz des himmlischen Jerusalems erleuchtet sind, das die Kirche zur Braut und Christus zum Bräutigam macht, können die Dunkelheit ertragen und durchdringen, die das sanfte Licht des Abendmahlssaals verhüllt, als Judas sich von der Nacht verschlingen lässt. Während die Nacht des Verrats und der Passion ihre Schatten verlängert, fährt der Herr Jesus fort, das Licht seiner Zärtlichkeit und Liebe auszustrahlen: Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Das Gebot, das uns der Herr hinterlassen hat, ist das, was wirklich alles in uns und um uns herum neu machen kann. Der in der ersten Lesung beschriebene Weg der Wanderschaft und der apostolischen Initiativen kann als unendlicher Abglanz – in immer neuen Formen – des einen Heils gelesen werden, das aus der Auferstehung kommt. Die Reise liegt noch und immer vor uns bis zur Vollendung der Hochzeit im himmlischen Jerusalem. Ein charakteristisches Zeichen der Liebe ist die Fähigkeit, selbst die Ablehnung der Liebe zu respektieren und in gewisser Hinsicht zu lieben! Deshalb ließ der Herr einen seiner Apostel in der Nacht gehen, ohne ihm unnötigerweise die Last eines Aufrufs zur Liebe aufzuerlegen, für die das Leben von Judas nun völlig verschlossen ist … ein Verschluss, der von der Liebe nicht erzwungen werden kann, außer in Form von absolutem Respekt vor der Nicht-Liebe. Wie Raoul Follerau schrieb und immer wieder sagt: „Die Nächstenliebe ist die Ordnung, die im Leben Gottes selbst herrscht und für uns zu einem Abglanz seiner Ewigkeit wird“, und er fügt hinzu: „Nur so können wir wirklich menschlich werden.“ Deshalb ist unser Menschsein wie das Schiff, von dem in der ersten Lesung die Rede ist: Wir können uns nur in dem Maße vorwärts bewegen, in dem wir den Strömungen und Wellen trotzen oder uns den Winden beugen, wie wir unser Segel nach dem Atem des Geistes ausrichten.

Kommentar von d. Michael David, osb Gemeinschaft von Koinonia de la Visitation

Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster

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