9. Januar 2022
Taufe des Herrn
Taufe des Herrn hießt: In einer Reihe mit all unseren Brüdern und Schwestern zu stehen, ohne jemals aufzuhören zu beten. Im Herzen der Massen als Sauerteig der göttlichen Botschaft zu wirken.
Der Responsorialpsalm erinnert uns an das Handeln Gottes durch Wasser. Unser Glaubensleben ist auf dem Wasser der Taufe aufgebaut, das heißt, nicht auf uns selbst, sondern auf das, was wir durch Jesus Christus, durch seine Gnade sind. Die erste Lesung scheint die Weihnachtszeit zu beschließen, indem sie uns zu den Klängen des Advents zurückführt und mit noch lauterer Stimme ruft: Seht, euer Gott! Sein Gesicht leuchtet auf das von Jesus, der ebenfalls die Taufe des Johannes empfängt und sich zu den Zöllnern und Sündern gesellt, denen er auf besondere und nicht ausschließende Weise sein Evangelium der Erlösung verkündet. Der Täufer nutzt seine asketische Haltung nicht aus, um auf sich aufmerksam zu machen, sondern verweist auf den Messias, der sich von ihm taufen lässt. Nur jetzt kann und wird der Vater sprechen: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. Mit dem heutigen Fest schließen wir die Tage der weihnachtlichen Freude ab: Das Kind, das mit Maria und Josef in Demut in der Krippe lag, das Kind, das in Windeln gewickelt wurde, und das Kind, das wir mit den Hirten als den Heiland erkannt und mit den Heiligen Drei Königen als das Licht der Welt angebetet haben. Hier wird es Mensch.. Dieses große Geheimnis ereignet sich nicht in der nächtlichen Kulisse von Bethlehem, sondern am helllichten Tag: am Ufer des Jordan, vor aller Augen. Im Geheimnis der Taufe des Herrn ist die tiefe Bedeutung dessen verwurzelt, dass wir auf Christus getauft wurden, um seine Jünger zu sein.
Kommentar von d. Michael David, osb Gemeinschaft von Koinonia de la Visitation
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster