3. Juni 2021
Hochfest des Leibes und Blutes Christi – Fronleichnam
Jahr B
Die Jünger wollen das Ostermahl vorbereiten, finden aber alles fertig: Es ist Jesus, das wahre Lamm, das sich in Brot und Wein darbringt.
Ex 24,3-8; Ps 115; Hebr 9,11-15; Mk 14,12-16.22-26
Das heutige Evangelium beginnt mit einer Initiative der Jünger: „Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten?“ Wo Jesus die Jünger hinschickt, dort finden sie alles schon vorbereitet. Das ist das Paradoxe: Die Jünger sollen vorbereiten, was sie bereits fertig vorfinden! Es ist eine raffinierte Art und Weise, uns vom erzählerischen Standpunkt aus verständlich zu machen, dass die Initiative Jesu der Initiative der Jünger vorausgeht und sie umwandelt: Er selbst wird ihnen das wahre Osterlamm zu essen geben, indem er seinen eigenen Leib und sein Blut in den Zeichen von Brot und Wein übergibt. Auf dem Sinai besprengt Mose nach der Erzählung im Buch Exodus das Volk mit Blut. Beim Abendmahl gibt Jesus sein eigenes vergossenes Blut zu trinken. Von einer äußeren Ebene kommen wir zu einer inneren Ebene. Das Blut wird nicht nur äußerlich auf den Körper gesprenkelt, sondern es dringt in die Tiefe des Leibes und des Lebens ein. Das lebenswichtige Prinzip, das das Blut darstellt, das Leben Jesu selbst, kommt so in uns zum Wohnen und lässt uns durch ihn leben. Sie wird zu unserem eigenen Lebensprinzip. Und, wie es im Hebräerbriefe heißt, reinigt es „unser Gewissen von toten Werken“ (Hebr 9,14). Mit anderen Worten, es macht uns zu Protagonisten der Werke des Lebens, die immer die Werke der Liebe sind, die sich selbst gibt. Dann werden auch wir in der Lage sein, die Zeichen von Brot und Wein im Gedenken an Jesus zu wiederholen, bis wir zu seinem lebendigen Gedächtnis werden.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster