28. März 2021
Palmsonntag und Passion des Herren
Jahr B
Die Olivenbäume sind stumme Zeugen zweier untrennbarer Szenen: Jesu festlicher Einzug in Jerusalem und sein Gebet in Gethsemane.
Olivenbäume sind stumme Zeugen für die beiden Momente im Leben Jesu, die wir an diesem Sonntag feiern. Palmen- und Olivenzweige wurden von den Einwohnern Jerusalems als Zeichen der feierlichen Begrüßung der Ankunft Jesu geschwenkt. Olivenbäume waren auch stumme Zeugen seines qualvollen Gebets in jenem Gehöft, das Markus Gethsemane nennt und Lukas auf dem Ölberg verortet. Eine paar Tage später wird Jesus von diesem Ort aus zwei Einzüge in Jerusalem erleben. Der erste, unter dem Hosanna-Ruf begrüßt als der Gesegnete, der im Namen des Herrn kommt, auf einem Fohlen reitend, dem er selbst befohlen hatte, von seinen Fesseln losgebunden zu werden. Ein paar Tage später wird er wieder in Jerusalem einziehen, dieses Mal in Ketten. Nicht länger wird er ein Fohlen führen. Es werden andere sein, die ihn wie ein stummes Schaf, das zur Schlachtbank geführt wird, geleiten. Anstatt als Gesegneter begrüßt zu werden, der im Namen des Herrn kommt, wird er als Verfluchter“behandelt, der am Holz hängt. Die Olivenbäume sind stumme Zeugen beider Szenen, weil sie im Lichte der jeweils anderen verstanden werden müssen. Jesus lässt sich wie ein Übeltäter binden, damit er sowohl das Fohlen als auch Lazarus und jeden einzelnen von uns von den Fesseln befreien kann. Er, der Gesegnete, akzeptiert es, wie ein Verfluchter am Holz zu hängen, damit Gottes Vergebung alle erreichen kann, auch die, die ihn am Fuß des Kreuzes verfluchen.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster