23. August 2020
Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Gottes Gabe und der Glaube des Petrus schaffen eine Gemeinschaft zwischen Himmel und Erde: Wenn die Kirche im Vertrauen auf Gott handelt, wird Gott durch die Gemeinschaft handeln.
Unergründlich sind Gottes Entscheidungen und unerforschlich seine Wege, schreibt Paulus im Römerbrief. Niemand kann die Gedanken Gottes ergründen und niemand kein sein Ratgeber sein. Nach dem Bekenntnis des Petrus sagt Jesus zu ihm: „nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ Jesus gibt Petrus dann eine Verheißung und vertraut ihm eine Aufgabe an: Du bist Petrus, der Fels, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Diese Verheißung und diese Aufgabe gründen auf der Gabe, die vom Vater kommt, und nicht allein auf den persönlichen Fähigkeiten des Petrus. Es gibt diese Verbindung, die zwischen Gott und Petrus hergestellt wird: Er wird ein Fels sein, wenn er es versteht, nicht auf sich selbst zu vertrauen, sondern auf den Fels, der Gott ist. Auf der anderen Seite hat das, was Petrus und die Jüngergemeinschaft in der Geschichte tun, einen Widerschein im Himmel. Gottes Gabe schafft diese Wechselwirkung: Wenn Petrus und die Gemeinschaft handeln, wird Gott selbst im Leben der Kirche handeln. Der Abschnitt schließt mit der Bitte Jesu, niemandem zu sagen, dass er der Christus ist. Er bringt das Thema des messianischen Geheimnisses zur Sprache: Die Jünger können das Geheimnis Jesu nicht vor Ostern verkünden, wenn sein Geheimnis vollständig offenbart wird. Hinter dieser Bitte verbirgt sich jedoch noch etwas anderes: die Mahnung, wachsam zu sein, dass es nicht unser Fleisch und Blut ist, das von Jesus spricht und sein Gesicht nach unseren Erwartungen oder Vorverständnissen entstellt. Es ist Gott allein, der auch durch uns und unsere Worte das Geheimnis des Sohnes vollständig offenbaren kann.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster