19. Juli 2020
Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an, indem er uns Geduld, Sanftmut und Gottvertrauen schenkt, das sich gegen alle Widrigkeiten durchsetzt.
„Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an“, schreibt der Heilige Paulus an die Römer. Wir müssen den Geist erflehen, damit er sich auch unserer Schwachheit annimmt, die sich als Ungeduld manifestiert, als Anspruch, das Böse, das wir um uns herum finden und von dem wir fürchten, dass es das Wachstum des guten Korns gefährdet, wie uns das Gleichnis Jesu in Erinnerung ruft, sofort auszumerzen. Während wir diese ungeduldige Haltung leben wollen, teilt uns der Geist die Haltung Gottes mit, der sich um alle Dinge kümmert und mit Sanftmut urteilt, wie uns das Buch der Weisheit offenbart. Gottes Sanftmut besteht jedoch nicht in der Resignation gegenüber dem Bösen oder in passiver und unterwürfiger Nachgiebigkeit; sie ist und bleibt ein Prinzip der Gerechtigkeit, das alles darauf abzielt, dass das gute Korn reift und gedeiht. Die Sanftmut Gottes, der sich in Jesus inkarniert hat, versteht es, den guten Weizen zu nähren und zu erhalten, sein Wachstum zu fördern und sich um seine Reifung zu kümmern. Es handelt sich um eine Sanftmut, die von einer großen Hoffnung getragen wird: Jesus ist sicher, dass trotz des Unkrauts, das nicht sofort ausgerottet werden kann, immer noch reich geerntet werden wird. So lässt Gott sein Reich in unserer Mitte wachsen. Er trennt das Reich Gottes nicht von der Realität, was auch immer sie sein mag, die mit Licht und Schatten verflochten ist, sondern durchdringt sie, gerade weil das Reich Gottes mild und geduldig, aber auch hartnäckig ist, um sich im Gang der Zeit gegen alle Widrigkeiten durchzusetzen.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster