28. Juni 2020
Dreizehnter Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Gastfreundschaft ist in der Bibel immer fruchtbar: Indem wir dem anderen Platz machen, sterben wir uns selbst, sodass der andere in uns und durch uns lebt.
Gastfreundschaft, so sagt die Bibel, ist immer fruchtbar. Die Frau aus Schunem empfängt Elischa, und Elischa verheißt ihr Hoffnung: „Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen.“ Dasselbe war Abraham und Sarah widerfahren: Nachdem sie die drei geheimnisvollen Gestalten in ihrem Zelt beherbergt hatten, wurde ihnen Isaak verheißen. Die Aufnahme der Gäste bringt auch dem Gastgeber Segen, der unvorhersehbar und unerwartet ist. „Die Episode an der Eiche von Mamre hält dem Volk Israel und jedem Leser des Textes vor Augen, dass der Schlüssel zu jeder möglichen Generativität die Akzeptanz ist“ (Stefano Bittasi). Jesus vertieft diese Perspektive im Evangelium, indem er erklärt: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt,nimmt den auf, der mich gesandt hat.“ Durch die Gastfreundschaft kommen wir sogar dazu, Gott selbst willkommen zu heißen, der der Urheber allen Lebens ist. Die Verheißung, die wir erhalten, liegt nicht nur in der Logik der Gegenseitigkeit, sie ist tiefer: Wenn wir den Herrn willkommen heißen, haben wir an jener österlichen Dynamik Anteil, die der heilige Paulus im Brief an die Römer verkündet. Indem wir dem anderen, den wir aufnehmen, Platz machen, sterben wir ein wenig für uns selbst, wir sterben in Christus, so dass wir, „ein für alle Mal gestorben sind für die Sünde“, aber unser Leben für Gott leben.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster