31. Mai 2020
Pfingsten
Jahr A
Der Geist sprudelt aus dem durchbohrten Herzen Jesu hervor und prägt dieses Herz in uns ein und sendet uns in Vergebung und Mitgefühl bis an die Grenzen der Erde.
„Keiner kann sagen: ‚Jesus ist der Herr!‘, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet“, sagt Paulus in 1 Kor 12. Die Römer erinnert er daran, dass wir im Heilgen Geist rufen: „Abba, Vater“ (vgl. Röm 8,15). Der Geist gibt uns viele und vielfältige Gaben, aber die wichtigsten, notwendigsten und wesentlichsten Gaben sind diese: uns zu befähigen, Gott als Vater und Jesus als Herrn zu erkennen. Dies setzt voraus, dass wir Kinder sind und dass wir frei sind, nicht länger Sklaven und keine anderen Herren als Jesus Christus haben. Der Geist befreit uns zuallererst von jener inneren Sklaverei, die uns in den Glauben versetzt, dass wir nur uns selbst gehören. Im Gegenteil, er überzeugt uns davon, dass wir zu einem größeren Ganzen gehören, dass wir Glieder eines Körpers sind, dass unser Leben nicht unser Eigentum ist, sondern ein Geschenk. Wir empfangen sie von Gott, als seine Kinder, aber auch voneinander als Glieder desselben Körpers. Und jeder Körper hat nicht nur Gliedmaßen, sondern auch ein Herz, das sie vereint. Nach Johannes zeigt Jesus, indem er den Geist gibt, seine durchbohrte Seite, sein in Liebe geöffnetes Herz. Hier ist die Quelle des Geistes, der dieses durchbohrte Herz in unseren persönlichen und kirchlichen Leib einprägt. Was der Geist uns gibt, ist die Freiheit des Mitgefühls. Wenn der Auferstandene durch Mauern und verschlossene Türen geht, durchbricht er unsere Selbstbezogenheit und zwingt uns, aus uns selbst herauszugehen. Er sendet uns in Vergebung und Mitgefühl mit den neuen Zungen der Gemeinschaft zu anderen, ohne Grenzen und ohne Begrenzungen.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster