2. März 2025

Achter Sonntag
im Jahreskreis

Jahr C

Mit der Bergpredigt stellt uns Jesus drei Vorbilder vor, die den Weg der echten Nachfolge aufzeigen.

DREI VERGLEICHE

Das Evangelium des heutigen Sonntags ist die Fortsetzung der Feldrede. Wir befinden uns in ihrem dritten Teil (vgl. Lk 6,39-45). Der Evangelist sammelt hier einige Aussprüche Jesu, die er bei verschiedenen Gelegenheiten formuliert hat und die das Thema des neuen Gesetzes und der echten Nachfolge gut illustrieren. Es handelt sich um drei Vergleiche. Schauen wir sie uns an.
Der erste Vergleich (Lk 6,39-40) zeigt die Miniparabel des Blinden, der einen anderen Blinden führt. Das Ergebnis kann nur katastrophal sein (beide fallen in einen Graben). Hüte dich, sagt Lukas, vor denen in der christlichen Gemeinschaft, die sich für Lehrer halten, die den Meister übertreffen. Wir dürfen nie vergessen, dass einer der Meister ist und wir alle Jünger sind und dass niemand über Christus steht. Und wenn es in der Gemeinschaft einen Dienst der Ausbildung gibt, das heißt, wenn es Lehrer gibt, dann dürfen sie nichts anderes tun, als das weiterzugeben, was Jesus gesagt hat. Der Bibelwissenschaftler Bruno Maggioni bemerkte in diesem Zusammenhang: „Das Wort des Jüngers liegt nicht in seiner persönlichen Fähigkeit, sondern in seiner Treue“.
Der zweite Vergleich (Lk 6,41-42) enthält den berühmten Spruch vom Splitter und vom Balken. Das Evangelium ruft zweifellos zur brüderlichen Korrektur auf. Daran besteht kein Zweifel. Aber auch hier muss man aufpassen, dass man nicht mit zweierlei Maß misst, das eine für sich selbst (eher weit und akzeptierend) und das andere für die anderen (strenger und rigider). Wer so handelt, ist ein Heuchler.   Wo beginnt also die brüderliche Korrektur? Bei sich selbst. Das wird es einem ermöglichen, mit Maß und zur rechten Zeit und in der rechten Weise gegenüber anderen zu handeln.
Der dritte Vergleich (Lk 6,43-45) ist der des guten und des schlechten Baumes. Mit anderen Worten: Wenn ein Mensch gut ist, zeigt er gute Taten, wenn er schlecht ist, schlechte Taten. Das Verhalten gibt Aufschluss über das Subjekt. Alles beginnt mit dem Herzen, stellt Jesus fest. Aus dem Herzen kommen Gedanken, Haltungen und Handlungen. Wenn es eine Veränderung gibt, die schließlich stattfinden muss, dann ist es das Herz. Aus einem reinen Herzen (und das muss rein gehalten werden) kommt die richtige Unterscheidung, was richtig oder falsch, gut oder schlecht, wahr oder falsch ist.

Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)

Übersetzung von fr. Daniel Tibi,
Abtei Kornelimünster

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