6. Februar 2022
Fünfter Sonntag im Jahreskreis
Jahr C
Das Staunen über eine Liebe, die fähig ist, die Heiligkeit Gottes und unser Ringen um das Menschsein ständig miteinander zu verbinden, ist zentral für die Botschaft Jesu!
In der heutigen zweiten Lesung überliefert uns der Apostel Paulus die erste und älteste Glaubensformel, die er selbst bei seiner Taufe gelernt und bekannt hat. In dieser Formel, die nicht nur alt-ehrwürdig, sondern eine Grundlage des Osterglaubens ist, werden der Tod und die Auferstehung Christi im Licht der Heiligen Schrift verstanden, und sie eröffnet neue Räume für die Treue zur Heiligen Schrift sowie weite Horizonte für die Nachfolge. Das Staunen, das die Herzen des Simon Petrus und seinen Gefährten ergreift, ist das, was unser Wachen im Glauben und in der Nachfolge des Herrn ständig nährt. Es geht nicht nur darum, einem Ruf zu folgen oder Gebote zu befolgen, sondern auch darum, in die Welt Gottes einzutreten und sich reinigen und erleuchten zu lassen. Die Erfahrung des Propheten Jesaja erkennt die Größe Gottes und antwortet darauf: Hier bin ich, sende mich! Zeugen der Auferstehung zu sein, ist immer die Frucht einer Erfahrung der Gnade Gottes. Die Gnade, angesehen und in die Wirklichkeit Gottes aufgenommen zu werden, wie es bei Simon der Fall war, ist in der Lage, die leeren Netze unserer Herzen zu füllen. Damit dies geschieht und sich der Raum der Hoffnung weitet, ist es notwendig, auf das Wort des Herrn zu vertrauen, um keine Angst zu haben, trotz aller Schwierigkeiten und Enttäuschungen noch einmal aufzubrechen. In der lukanischen Neuinterpretation des Geheimnisses der Berufung können wir sehen, dass Jesus Simon so ansah, dass er flehte: Geh weg von mir, denn ich bin ein Sünder! Aber was der Herr in Simon sah und was der Herr in jedem von uns sieht, ist das, was wir selbst nicht sehen können.
Kommentar von d. Michael David, osb Gemeinschaft von Koinonia de la Visitation
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster