14. November 2021
Dreiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr B
In der Zeit der Angst müssen wir das Heil Gottes und die Wirksamkeit seines Wortes erkennen, das bleibt, um jede Dunkelheit zu erhellen.
IDer Prophet Daniel zeichnet zwei gegensätzliche Bilder, denn er spricht in demselben Vers sowohl von Bedrängnis als auch von Rettung: „Dann kommt eine Zeit der Not, wie noch keine da war, seit es Völker gibt, bis zu jener Zeit. Doch zu jener Zeit wird dein Volk gerettet“. Das überrascht: Gerade die Zeit der Angst wird hier als eine Zeit des Heils dargestellt. Jesus selbst übernimmt in der heutigen Lesung aus dem Markusevangelium diese paradoxe Sichtweise. Wir dürfen unsere Augen vor den Tragödien der Geschichte nicht verschließen, aber wir müssen auch sehen, was dahinter steckt: „Dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit.“ Sehr oft sind wir jedoch versucht, etwas ganz anderes zu sehen. Es gibt sogar Leute, die behaupten, in den Tragödien das Gericht Gottes zu erkennen, seine Strafe für die Sünde des Menschen. Im Gegenteil, das Wort Gottes sagt uns, dass Gott in solchen Umwälzungen Heil wirkt und nicht Strafe. Wo sich alles aufzulösen scheint, schafft Gott etwas Neues; wo alles untergeht, rettet Gott; wo alles stirbt, bringt Gott neues Leben hervor. Und in der Finsternis der Geschichte werden die Weisen leuchten, das heißt diejenigen, die das Wort Gottes, das nicht vergeht, sondern bleibt, in ihrem Herzen wohnen, auf ihren Lippen klingen und in ihrem Leben Gestalt annehmen lassen, so erinnert uns der Prophet Daniel. Durch sie leuchtet das Wort Gottes auf und erhellt eine Geschichte, die zum Scheitern verurteilt zu sein scheint, die aber zur Erfüllung bestimmt ist.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster