4. Mai 2025

Dritter Sonntag
der Osterzeit

Jahr C

Alles muss sich auf Christus ausrichten. Er ist das Herz der christlichen Gemeinschaft, ihre Kraft und ihre Zierde.

DER WUNDERSAME FISCHZUG

Wir müssen das Geheimnis der Fruchtbarkeit wiederentdecken
in der Epiphanie des Alltäglichen und des Augenblicks.

F. Mauriac

An diesem dritten Ostersonntag begleitet uns Jacopo da Bassano (1510-1592) mit seinem Wundersamen Fischfang (1545). Es ist ein Werk, das sehr stark von Raffaels Lektion beeinflusst ist und von rechts nach links gelesen werden sollte. Alles konzentriert sich auf Christus. Man beachte den Vorrang der Figuren vor dem Landschaftshintergrund (Einfluss von Michelangelo), in dem einige Kritiker Bassano del Grappa erblicken.
Johannes platziert diese Episode, anders als Lukas, nach Ostern. Und warum? Die Gründe sind vielfältig. Erstens will er seinen Lesern verständlich machen, wie das Ereignis der Auferstehung alle Bereiche des menschlichen Lebens verändert. Die Jünger kämpfen nämlich mit ihren alltäglichen Beschäftigungen: vor allem mit dem Fischfang, dann mit der Arbeit, dem Unterhalt ihrer Familien. Doch diese Arbeit erweist sich als vergeblich, als nutzlos. Trotz ihrer Bemühungen ist das Ergebnis ein Misserfolg. Doch in der Nacht der Vergeblichkeit kommt Jesus, taucht plötzlich am Ufer auf und mischt sich in die Mühen des Lebens dieser sieben Fischer ein. Er kommt und fragt sie, ob sie nichts zu essen haben. Im Griechischen gibt es den Begriff prosphághion, was soviel bedeutet wie der Gesellige. Er fragt nicht, ob sie Brot haben, sondern ob sie companatíon haben, das heißt Fisch, den sie mit dem Brot essen können. Prosphághion kann auch verstanden werden als das Quid, das dem Leben Würze gibt, das gewisse Etwas, das erfreut, das Lebensfreude schenkt. Um dies zu erreichen, müssen die Jünger auf das Wort des Meisters hören und ihr Netz auf der guten Seite, auf der richtigen Seite auswerfen. In unserem Abschnitt macht uns Johannes auf etwas Wichtiges aufmerksam. Wir sehen mit Erstaunen, dass Simon Petrus nach dem Verrat Jesu (vgl. Joh 18,25) immer noch unter den Jüngern ist, und zwar so sehr, dass er die Initiative beim Fischen ergreift. Alle anderen folgen ihm. Doch wer Petrus folgt, scheitert: „In jener Nacht nahmen sie nichts mit“ (Joh 21,3). Jesus hatte es gesagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ (vgl. Joh 15,5). Er ist es, der eingreift, indem er den erfahrenen Fischern unter anderem zeigt, wo sie ihre Netze auswerfen sollen. Nach Petrus ist der Fischfang erfolglos; nach Jesus ist der Fischfang so wunderbar, dass sie ihre Netze nicht mehr einholen können, weil es so viele Fische gibt. Aber die Überraschungen sind noch nicht zu Ende: Am Ufer bereitet der auferstandene Jesus Fisch und Brot für sie zu und lädt sie zum Essen ein. Hier beginnen die Augen der Jünger zu verstehen, das heißt, sie erkennen, dass derjenige, der sie bedient, derselbe ist, der ihnen die Füße gewaschen hat. In der Tat muss sich alles auf Christus konzentrieren, wie uns das Gemälde von Jacopo zeigt. Er ist das Herz der christlichen Gemeinschaft, ihre Kraft und ihre Schönheit.

Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)

Übersetzung von fr. Daniel Tibi,
Abtei Kornelimünster

Pin It on Pinterest

Share This

Questo sito utilizza i cookie per fornire la migliore esperienza di navigazione possibile. Non utilizza cookie per finalità commerciali né fornisce a terzi le informazioni sugli utenti. Continuando a utilizzare questo sito senza modificare le impostazioni dei cookie o cliccando su "Accetta" permetti il loro utilizzo. Per saperne di più sui cookie, clicca su maggiori informazioni

Questo sito utilizza i cookie per fornire la migliore esperienza di navigazione possibile. Continuando a utilizzare questo sito senza modificare le impostazioni dei cookie o cliccando su "Accetta" permetti il loro utilizzo.

Chiudi