27. April 2025

Zweiter Sonntag
der Osterzeit

Jahr C

Die Freude gehört denen, die in der Liebe bleiben, denen, die mit dem Herrn verbunden sind wie die Rebe mit dem Weinstock. Die Freude entsteht aus der Vergebung.

IST ES WAHR, DASS DER TOD ENDGÜLTIG BESIEGT IST?

Sie verläuft in diesen Zeilen
die leichte und schwungvolle Welle
der Auferstehung.
Es breitet sich aus,
überläuft seine besiegte Angst
und die Umwidmung ihrer Macht.

M. Luzi

Der Stein, der das Grab Christi für immer zu versiegeln schien, ist umgeworfen worden. Wir befinden uns in der österlichen Auferstehung. Der gequälte Christus von Grünewald, der entfremdete Christus von Ensor, der ignorierte Christus von Bruegel oder der melancholische Christus von Rouault, der ahnungsvolle Christus von Goya oder der todbringende Christus von Holbein liegen nun hinter uns. Hier also ist der feierliche, majestätische und rätselhafte Christus von Pietro della Francesca oder die Auferstehung von Borgo san Sepolcro. Seine kyriale Geste – der auf das Grab gesetzte Fuß – weist auf den endgültigen Sieg über den Tod hin. Nun steht der Körper des Auferstandenen aufrecht im Licht. Seine Gestalt ist zugleich fest und voll, rau und erdig, in die Ewigkeit eingetaucht und doch unter uns. Ja, alles ist in die Ewigkeit getaucht, in eine aurorale Leuchtkraft, und doch bindet ein kleines Zeichen Christus noch an die Erde, an unsere Zeit: seine blutende Seite. Yves Bonnefoy fragte sich: „Ist es wahr, dass der Tod, die Erfindung des Todes, hier wirklich geheilt wird? Wir haben es gesagt, die offene Wunde stellt die Zeit wieder her. Petrus hatte versucht, den Tod zu besiegen, indem er ihn aus dem verwunschenen Kreis des Unzeitlichen vertrieb, aber der noch blutende Christus – und er ist der Auferstandene – verweist auf den Tod, aus dem er kommt, und seine sehr realen Zeichen. Massimo Cacciari schreibt: „Um wahre Auferstehung zu sein, muss der Auferstandene in jeder Faser die Wahrheit seines Sterbens und seines eigenen Todes zeigen. Der Leib des Auferstandenen bewacht also den Tod. Und er bewacht ihn als Zeugnis einer Liebe, die bis zum Äußersten gegangen ist. In diesem Sinne ist auch die Geste zu verstehen, mit der er den Jüngern seine Hände und seine Seite zeigt (vgl. Joh 20,20). Daher die Freude der Seinen. Die Freude ist die derer, die in der Liebe wohnen, derer, die mit dem Herrn verbunden sind wie die Rebe mit dem Weinstock. Nach der Traurigkeit ist der Tanz zurückgekehrt: der neue Mensch ist geboren. Die Freude entspringt einer Liebe, die dem Scheol getrotzt hat; sie ist ein Feuer, das große Wasser nicht auslöschen können (vgl. Kt 8,6). Die Freude kommt aus der Vergebung. Mehr noch: Der Auferstandene, der den Seinen in der Osternacht erscheint und Frieden schenkt, ist derjenige, der eine der vielen Vorwegnahmen des Eschatons – des neuen Himmels und der neuen Erde – anbietet. Dies ist auch die erste Manifestation des Archè, der neuen Schöpfung, die durch den Tod und die Auferstehung des Herrn Jesus eingeleitet wurde.

Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)

Übersetzung von fr. Daniel Tibi,
Abtei Kornelimünster

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