29. Dezember 2024

Fest der Heiligen Familie

Jahr C

In einer Familie haben alle ihren Platz: die Jungen, die berufen sind, prophetisch zu sein, die Erwachsenen, die weise sind, und die Älteren, die die Hoffnung zu säen.

DAS HAUS DER FAMILIE

Die Evangelienseite des heutigen Festes hebt drei Aspekte hervor, um unsere Familien und Gemeinschaften nach dem Vorbild der Familie von Nazareth aufzubauen. Lukas berichtet, dass die Eltern Jesu jedes Jahr zu Ostern nach Jerusalem hinaufzogen. Was bedeutet das? Ganz einfach: Maria und Josef stellen den Herrn in den Mittelpunkt ihres Lebens. Zwischen ihnen gibt es eine Zentralität, auf die sie zugehen: Gott. Dieses Primat verwirklicht sich dann darin, dass sie den Willen des Vaters annehmen, den Jesus ihnen zurückruft, nachdem sie ihn ängstlich gesucht haben. Eine Familie hat ihre Glaubenskraft in dem Maße, wie sie den Plan Gottes zu erkennen weiß. Ein dritter Aspekt kommt von Jesus selbst, der, wie Lukas erneut feststellt, einerseits den Willen Gottes bekräftigt, sich andererseits aber seinen Eltern unterordnet. Große Offenheit und demütige Unterwerfung. Das war Jesus von Nazareth. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, den ich kurz in Erinnerung rufen möchte. In einer gesunden, evangelischen Familie ist jeder ein Protagonist, wie der Prophet Joel uns erinnert:

Danach aber wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgieße über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen. (Joel 3,1).

Die jüngeren Generationen (Söhne und Töchter) müssen prophetisch sein, d. h. kritisch, aber konstruktiv; die Erwachsenen sollten klug genug sein, ihnen zuzuhören. Die mittleren Generationen (Söhne und Töchter) sind aufgerufen, Visionen zu haben, d. h. kreativ für sich und andere zu planen und Ziele zu verfolgen. Auch die Älteren spielen eine wichtige Rolle, da sie träumen, d. h. Hoffnungen hegen und auf die Zeichen hören, durch die der Geist in der Geschichte wirkt. Machen wir uns dieses schöne Gebet für die Familie von Mutter Anna Maria Cànopi zu eigen:

Dein Haus, Herr
sei standhaft
denn gegründet von dir, der du der Fels bist;
hell
weil von dir erleuchtet
dass du das Licht bist;
Gelassenheit
weil sie von dir beobachtet werden,
dass du Freude bist;
Stumm
weil sie von dir regiert werden
dass du Frieden bist;
gastfreundlich
weil sie von Ihnen bewohnt wird,
dass ihr Liebe seid.

Keiner, Herr,
komm in dein Haus
ohne in sie aufgenommen zu werden;
Lass niemanden um dich trauern
ohne von dir getröstet zu werden;
Keiner verlässt
ohne dich getroffen zu haben;
kehrt niemand zu dir zurück
ohne dich zu finden.

Amen

Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)

Übersetzung von fr. Daniel Tibi,
Abtei Kornelimünster

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