19. Mai 2014
Pfingsten
Durch das Zeugnis für Jesus erfüllt der Heilige Geist das Universum und leutet die neue Schöpfung ein.
DIE NEUE SCHÖPFUNG
Alles erzählt und versteckt dich,
alles verschleiert und enthüllt dich.
A. Lerbret
Wenn Jesus in der Himmelfahrt unser Menschsein in die Herrlichkeit Gottes eingeführt hat, so werden wir an Pfingsten Teilhaber an einem nicht weniger außergewöhnlichen Wunder: Der Heili-ge Geist erfüllt das Universum und weiht die neue Schöpfung ein. Lukas schildert das Ereignis (erste Lesung), Paulus beschreibt seine Auswirkungen (zweite Lesung), Johannes schließlich be-zeugt seine Gegenwart und sein Wirken im Leben der Gläubigen (Evangelium). Der Geist legt Zeugnis von Jesus ab, bestätigt die Wahrheit seiner Worte und die Zeichen, die er tat. Zugleich gibt er den Jüngern zu allen Zeiten die Fähigkeit, Zeugnis für den Meister abzulegen. Nicht nur: Der Geist wird ihnen sagen, was sie gehört haben (vgl. Joh 16,13). Von wem? Vom Vater und von Jesus selbst, wobei die Fügsamkeit gegenüber seiner Stimme dem Willen des Vaters und des Sohnes ent-spricht. So erfüllt sich die Prophezeiung Jesajas: „Euer Meister soll nicht mehr verborgen sein; eu-re Augen sollen euren Meister sehen, eure Ohren sollen dieses Wort hinter euch hören: ‚Das ist der Weg, auf ihm sollt ihr gehen'“ (30,20-21). Aber nicht nur das: Wenn der Jünger zuhört, tritt er in dasselbe trinitarische Leben ein. „Lebe im Innern mit ihnen, den Dreien“, schrieb Elisabeth über die Dreifaltigkeit an ihre Schwester, „der Vater wird dir seine Kraft mitteilen, damit du ihn mit ei-ner Liebe liebst, die so stark ist wie der Tod. Das Wort wird in deiner Seele das Bild seiner eigenen Schönheit einprägen. Der Geist wird dich in eine geheimnisvolle Leier verwandeln, die in der Stil-le, unter seiner göttlichen Berührung, ein herrliches Lied der Liebe hervorbringen wird. Dann wirst du der Lobpreis seiner Herrlichkeit sein“.
O glorreiches Licht der Herrlichkeit des Vaters,
grüßt dich die Schar der Erlösten
zur Feier des wiederentdeckten Lebens.
Das Licht von Pfingsten,
göttliches Feuer,
dass du unerschrockene Jünger gemacht hast
in der freudigen Verkündigung des auferstandenen Gekreuzigten.
Das Licht meiner Taufe
Du wurdest von dem Licht erleuchtet, das nie erlischt
und wird leuchten, bis der strahlende Morgenstern aufgegangen ist.
Mit Freude betrachte ich dich heute
und während ich darauf warte, aus der gegenwärtigen Dämmerung zu gehen
zum Tag ohne Sonnenuntergang,
Ich akzeptiere es, in der schwachen Flamme des Glaubens zu wandeln.
Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)
Übersetzung von fr. Daniel Tibi,
Abtei Kornelimünster