12. März 2023

Dritter Fastensonntag

Jahr A

Der Geist bewegt zum Gebet, Jesus stellt uns dem Vater als Söhne vor.

Der dritte Sonntag markiert den Beginn der sogenannten katechumenalen Fastenzeit, in der durch drei Stellen des Evangeliums (Joh 4,4-52; Joh 9,1-41; Joh 11,1-45) die letzten Katechesen an diejenigen weitergegeben wurden, die in der feierlichen Osternacht die Sakramente empfangen sollten. Das Johannesevangelium kennt drei Verkündigungen: an die Juden mit der repräsentativen Figur des Nikodemus (vgl. Joh 3,1-21), an die Samariter (vgl. Joh 4,1-42) und an die Heiden mit dem königlichen Beamten (vgl. Joh 4,43-54). Jesus ist der Messias, der ganz Israel und die ganze heidnische Welt zum Glauben ruft. Wir wollen unsere Aufmerksamkeit auf ein Element des heutigen Evangeliums lenken: den Krug, den die Frau nach ihrer Begegnung mit Jesus vergessen hat. Als die Samariterin hört, dass Jesus Wasser hat, das ihren Durst für immer löscht, sagt sie: Gib mir von diesem Wasser (Joh 4,15). Sie hört, wie der Meister erwidert: Geh, hol deinen Mann und komm wieder her (Joh 4,16). Die Frau erkennt sofort die prophetische Qualität der Worte Jesu und antwortet mit einer Frage, die damals viel diskutiert wurde: An welchem Ort sollte man Gott anbeten, auf Garizim oder in Jerusalem? Jesus antwortet, dass es notwendig ist, an ihn zu glauben, und kündigt dann eine außerordentliche Neuerung in der Beziehung zwischen Mensch und Gott an: Die Anbetung ist nicht mehr durch Opfer gekennzeichnet, sondern durch Anbetung im Geist und in der Wahrheit (vgl. Joh 4,23). Die Frau erklärt in diesem Dialog auch ihre persönliche Erwartung an den Messias. Jesus antwortet ihr (und dies ist der Höhepunkt des Dialogs): Ich bin es, der zu dir spricht (Joh 4,26). Wer ist Jesus? Der erwartete Prophet. Die Frau spürt es und rennt sofort los, um ihren Mitbürgern die Botschaft zu verkünden, die von einer unbändigen Begeisterung erfasst wird. Sie hatte das Gefühl, wirklich verstanden worden zu sein. Beim Weglaufen lässt sie jedoch den Krug zurück, mit dem sie Wasser holen gegangen war. Wenn der Krug zum Wasserschöpfen am Jakobsbrunnen diente, lässt sie nach der Begegnung mit Jesus, der lebendiges Wasser verspricht, alles zurück. Diese Geste weist ihr den Weg zu einer vollständigen Offenbarung. Die Samariter nehmen daraufhin das Wort der Frau an und gehen direkt zu Jesus, in dem sie den Retter der Welt erkennen.

Commentary by b. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Santa Maria – Praglia (Italia)

Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster

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