5. Februar 2023
Fünfter Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Indem wir das Wort Jesu annehmen – in dem unsere Identität liegt – und es demütig im Leben bezeugen, werden auch wir dem Vater die Ehre geben.
Der Abschnitt aus dem Evangelium dieses fünften Sonntags im Jahreskreis hilft uns, über die Identität des Jüngers Christi nachzudenken. Wer ist der Christ, was sind die besonderen Merkmale seines Gesichts? Wie können wir ihn erkennen?
Jesus verwendet zwei einfache und wirksame Bilder: Salz und Licht (vgl. Mt 5,13–14). Salz macht bekanntlich Lebensmittel schmackhaft und konserviert sie, während Licht umhüllt, wärmt und erleuchtet und uns gleichzeitig sichtbar und sehend macht. Der symbolische Wert des Salzes umfasst eine breite Palette von Bedeutungen. An erster Stelle steht die Allianz. In der semitischen Kultur gab es den sogenannten Salzpakt, bei dem sich die Menschen gegenseitig zur Solidarität verpflichteten. Noch heute sagt man unter den Arabern, um eine tiefe Verbundenheit auszudrücken: Es gibt Salz unter uns. Es ist kein Zufall, dass Jesus seine Jünger auffordert, Salz unter sich zu haben, d. h. brüderliche Beziehungen zu pflegen, die auf Frieden beruhen (vgl. Mk 9,50b). Salz steht auch für Weisheit. Der Narr ist in der Tat ein törichter Mensch. Weise ist, wer die Dinge objektiv und ehrlich zu beurteilen weiß, würde der heilige Bernhard sagen, wer ein Wort hat, das erbaut, das Sinn ergibt (vgl. Kol 4,6). Salz schließlich ist auch ein Synonym für Reinigung, denn wie bereits erwähnt, bewahrt es vor Verunreinigung und Verderbnis. Der Christ muss daher unter seinen Brüdern in der Welt das Salz sein, das vor dem Verderben bewahrt; das Salz, das dem Leben Geschmack verleiht. Das zweite Bild ist ebenso eindrucksvoll. Das Licht bezieht sich auf das Leben und auf die Wahrheit, die dem Menschen eine authentische Erkenntnis seiner selbst und Gottes ermöglicht; es durchbricht die Dunkelheit der Lüge, erleuchtet und leitet das Gewissen des Menschen. Wenn das vierte Evangelium daran erinnert, dass der Logos das wahre Licht ist (vgl. Joh 1,9), fügt Simeon, der neue Theologe, hinzu, dass er diejenigen, die er erleuchtet, in Licht verwandelt. Jesus warnt jedoch vor dem Risiko, die Lampe unter den Scheffel und nicht auf den Leuchter zu stellen. Manchmal hat der Gläubige nicht den Mut des Glaubens, das Wort des Lebens zu bezeugen, und zieht es vor, sich der herrschenden Mentalität anzupassen. Schon Nietzsche sagte in vorwurfsvollem Ton: „Ihr Christen, eure Werke sollten die Bibel überflüssig machen.“ Indem wir das Wort Jesu annehmen – in dem unsere Identität liegt – und es demütig im Leben bezeugen, werden auch wir dem Vater die Ehre geben (vgl. Mt 5,16).
Jesus verwendet zwei einfache und wirksame Bilder: Salz und Licht (vgl. Mt 5,13–14). Salz macht bekanntlich Lebensmittel schmackhaft und konserviert sie, während Licht umhüllt, wärmt und erleuchtet und uns gleichzeitig sichtbar und sehend macht. Der symbolische Wert des Salzes umfasst eine breite Palette von Bedeutungen. An erster Stelle steht die Allianz. In der semitischen Kultur gab es den sogenannten Salzpakt, bei dem sich die Menschen gegenseitig zur Solidarität verpflichteten. Noch heute sagt man unter den Arabern, um eine tiefe Verbundenheit auszudrücken: Es gibt Salz unter uns. Es ist kein Zufall, dass Jesus seine Jünger auffordert, Salz unter sich zu haben, d. h. brüderliche Beziehungen zu pflegen, die auf Frieden beruhen (vgl. Mk 9,50b). Salz steht auch für Weisheit. Der Narr ist in der Tat ein törichter Mensch. Weise ist, wer die Dinge objektiv und ehrlich zu beurteilen weiß, würde der heilige Bernhard sagen, wer ein Wort hat, das erbaut, das Sinn ergibt (vgl. Kol 4,6). Salz schließlich ist auch ein Synonym für Reinigung, denn wie bereits erwähnt, bewahrt es vor Verunreinigung und Verderbnis. Der Christ muss daher unter seinen Brüdern in der Welt das Salz sein, das vor dem Verderben bewahrt; das Salz, das dem Leben Geschmack verleiht. Das zweite Bild ist ebenso eindrucksvoll. Das Licht bezieht sich auf das Leben und auf die Wahrheit, die dem Menschen eine authentische Erkenntnis seiner selbst und Gottes ermöglicht; es durchbricht die Dunkelheit der Lüge, erleuchtet und leitet das Gewissen des Menschen. Wenn das vierte Evangelium daran erinnert, dass der Logos das wahre Licht ist (vgl. Joh 1,9), fügt Simeon, der neue Theologe, hinzu, dass er diejenigen, die er erleuchtet, in Licht verwandelt. Jesus warnt jedoch vor dem Risiko, die Lampe unter den Scheffel und nicht auf den Leuchter zu stellen. Manchmal hat der Gläubige nicht den Mut des Glaubens, das Wort des Lebens zu bezeugen, und zieht es vor, sich der herrschenden Mentalität anzupassen. Schon Nietzsche sagte in vorwurfsvollem Ton: „Ihr Christen, eure Werke sollten die Bibel überflüssig machen.“ Indem wir das Wort Jesu annehmen – in dem unsere Identität liegt – und es demütig im Leben bezeugen, werden auch wir dem Vater die Ehre geben (vgl. Mt 5,16).
Commentary by b. Sandro Carotta, osb Abbazia di Santa Maria – Praglia (Italia)
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster