21. November 2021
Vierunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Christkönigssonntag
Jahr B
Königtum Christi heißt: Er herrscht nicht wie weltliche König, sondern gibt sich selbst hin, um alle am ewigen Leben teilhaben zu lassen.
CWenn wir im heutigen Hochfest Christus als den König des Universums feiern, sind wir leicht in der Versuchung, menschliche Maßstäbe eines Königtums auf Christi Königsherrschaft zu projizieren. Dieses Problem wurde zu der Zeit, als Jesus lebte und die Schriften über ihn entstanden, noch deut-licher wahrgenommen, denn damals hatte man es mit einer despotischen und absoluten Ausübung des Königtums zu tun. Wir verstehen also, dass das Bild der Königsherrschaft oder des Reiches Gottes einen polemischen Zug hat, der eine kritische Betrachtung der Art und Weise, wie das Kö-nigtum in der Geschichte ausgeübt wird, bietet. Jesus ist König, nicht wie die Herrscher dieser Welt. Vor Pilatus offenbart er sich als König, der für die Wahrheit Zeugnis ablegt: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme“ (Joh 18,37). Diese Stimme ist das Schweigen seines Leidens, es ist das noch größere Schweigen seiner Auferstehung, die uns verwandelt. Das ist das Königtum Jesu, still, aber lebenswichtig, das wir betrachten müssen, um uns von ihm erneuern zu lassen. Nicht als Untertanen, sondern in der Freiheit der Kinder Gottes, die sich von dem geliebt wissen, der sie mit dem Geschenk seines eigenen Lebens befreit hat. Ein auf den Kopf gestelltes Königtum: Die Herrscher der Erde unterwerfen sich selbst das Leben der anderen. Jesus gibt sein eigenes Leben in die Hände der anderen, bis hin zum Blut, um uns mit ihm zu Miterben des Reiches, das heißt zu Teilhabern am ewigen Leben zu machen.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster