7. November 2021
Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr B
Was bleibt, ohne zu vergehen oder zu versiegen, ist das Öl der Liebe, die Gott verschenkt.
An diesem Sonntag zeigt uns Markus zwei sehr unterschiedliche Sichtweisen auf Jesus: zum einen den Schriftgelehrten, der streng verurteilt, und zum anderen die arme Witwe, die als Beispiel angeführt wird. Die beiden Texte sind, zumindest oberflächlich betrachtet, durch ein Wort verbunden: „Witwe“. Die Schriftgelehrten verschlingen die Häuser der Witwen, und eine arme Witwe – gerade weil sie von den Schriftgelehrten verschlungen wird – ist die Protagonistin der zweiten Szene. In diesem Zusammenhang ist auch der Kontrast zwischen den beiden Szenen und ihren Protagonisten zu beachten: Während die Schriftgelehrten ein Beispiel sind, dem man nicht folgen sollte, wird die Witwe von Jesus als ein nachahmenswertes Vorbild dargestellt. In ihr erkennt Jesus die Prophezeiung dessen, was er in Jerusalem erleben wird, wenn auch er, von den Führern des Volkes verschlungen, sein ganzes Leben hingeben wird, ein für alle Mal, wie es im Hebräerbrief heißt, indem er es in den Schatz wirft, das heißt in den Reichtum der Beziehung zum Vater, der den Reichtum unseres Heils hervorbringt. Armut, die ohne Vorbehalt angeboten wird, wird immer zu einem Schatz des Lebens für alle. Die Geste der Witwe leitet den eschatologischen Diskurs ein und zeigt, was bleibt, während alles vergeht. Was bleibt, ist die Geste der unentgeltlichen Liebe, die wie das Öl einer anderen Witwe, der von Sarepta, nicht endet und sich nicht erschöpft.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster