24. Oktober 2021
Dreißigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr B
Nachdem Bartimäus sein Augenlicht wiedererlangt hat, folgt er Jesus auf seinem Weg, um im Gekreuzigten das Antlitz des Gottessohnes zu erkennen.
Jer 31,7–9; Ps 126 (125); Hebr 5,1–6; Mk 10,46–52
„Ich bin Vater für Israel“, erklärt Gott durch Jeremia, während der Hebräerbrief einen Vers aus Psalm 2 auf Jesus anwendet: „Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt.“ Die Haltung im Glauben ist eine kindliche: Es geht darum, Gott als Vater anzuerkennen und mit ihm in Beziehung zu treten und damit Jesus, dem eingeborenen Sohn ähnlich zu werden. Markus erzählt von der Begegnung zwischen zwei Söhnen: Bartimäus, der Sohn des Timäus, trifft den Sohn Davids. Aber seine Augen müssen geöffnet werden, damit er erkennt und versteht, dass der Sohn Davids der Sohn Gottes ist. Obwohl er geheilt wird, erkennt er noch nicht sofort. Sein wiedergewonnenes Augenlicht erlaubt es ihm aber nun, Jesus auf dem Weg zu folgen. Vorher saß er bettelnd am Straßenrand, jetzt kann er Jesus folgen, auf dieser Straße, die nach Jerusalem und in die Passion führt. Dann, vor den Augen des Gekreuzigten, werden seine Augen endlich wirklich sehend, und er wird zusammen mit dem Hauptmann bekennen: „Er ist wahrhaftig Gottes Sohn.“ Die Reise des Bartimäus beginnt mit einer Erfahrung des Hörens – er hört Jesus vorbeigehen – und endet in Kontemplation: Nachdem er sein Augenlicht wiedererlangt hat, ist das erste Gesicht, das er sieht, das von Jesus vor ihm. Bartimäus muss weitergehen, um im Gekreuzigten das Antlitz des Gottessohnes zu erkennen.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster