18. Juli 2021
Sechzehnter Sonntag im Jahreskreis
Jahr B
Jesus hat Mitleid mit den Schafen, die keinen Hirten haben. Jesus ist Friede: Er versammelt uns in der Einheit und führt uns in die Ruhe der Gemeinschaft.
Mit dem heutigen Evangelium beginnt im Markusevangelium ein Abschnitt, den man als den „Abschnitt mit den Broten“ bezeichnen könnte. In den kommenden Sonntagen folgen weitere Abschnitte daraus, danach wechselt die Evangeliumslesung (zugegebenermaßen ziemlich abrupt) zum Johannesevangelium. Es lohnt sich daher, einen kurzen Blick darauf zu werfen, wie Markus diesen Abschnitt konstruiert. Es beginnt mit einem Blick auf Jesus: „Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mk 6,34). Der Abschnitt schließt mit der Heilung eines Blinden bei Betsaida: „Nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen“ (8,25) Am Anfang haben wir den Blick Jesu, voller Mitgefühl; am Ende den geheilten Blick des Blinden. Sehen heißt in der Tat, in die Tiefen des Blicks Jesu einzudringen, der sich um die Nöte und Leiden der Menschen zu kümmern weiß, auch um die verborgensten. Insbesondere hat Jesus Mitleid mit den Schafen, die keinen Hirten haben. Sie sind verstreut, einsam, unfähig echte Beziehungen aufzubauen. Es ist nicht ihre Schuld, sondern die der falschen Hirten, gegen die Jeremia wütet und die die Herde zerstreut haben statt sie zu sammeln. Jesus hingegen ist unser Friede, er kommt, um alle zu versöhnen und in einen Leib, in eine Herde zu versammeln. Sein Friede, der alle Feindschaft beseitigt, ist unsere wahre Ruhe.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster