25. Dezember 2020
Weihnachten
Messe vom Tag
Der Sohn Gottes nimmt unser Fleisch an wie es ist, und er verklärt es indem er sein Licht in ihm leuchten lässt.
„Das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Die Finsternis, von der Johannes spricht, ist nicht die einer zeitlichen Nacht. Es ist eine andere Finsternis, die Leid, Schmerz und Böses heraufbeschwört, eine Finsternis, von der unsere Tage immer geprägt sind. Wir könnten, um die präzisere Sprache des Evangelisten aufzugreifen, sagen, dass sie die Finsternis unseres Fleisches sind. Unser Fleisch ist nicht reines Licht, es ist nicht der Glanz der Heiligkeit. Es ist alles andere als das. Es ist geprägt von so vielen Trübungen und Zweideutigkeiten, von so viel erlittenem und getanem Bösen, von Fehlern und Sünden, aber auch von Gutem, von dem Wunsch nach einer aufrichtigen Liebe, von schönen und heiligen Bestrebungen. Es ist ein zweideutiges Fleisch, mit vielen Widersprüchen. Der Gottessohn nimmt es an, wie es ist, nicht wie es sein sollte. Er transformiert es, indem er es annimmt, er transformiert es nicht, bevor er es annimmt. Er taucht in diesen Schlamm ein und reinigt ihn. Hier ist die gute Nachricht, die der Bote des Friedens bringt. Hier ist das letzte und endgültige Wort, das der Vater durch den Sohn zu uns sagt: Seit Jesus Mensch geworden ist, gibt es nichts mehr, was nicht wenigstens ein Teilchen seines Lichtes hat. Das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht überwunden. Die Nacht ist so hell wie der Tag. „Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, die Nacht leuchtet wie der Tag“, heißt es in Psalm 139. Dies ist der arme, nackte, mühsame, aber siegreiche und unbesiegbare Glaube von Weihnachten.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster