27. September 2020
Sechsundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Beide Söhne aus dem Gleichnis sind nicht zu einem vollkommen Ja bereit. Doch der erste bekehrt sich und erfüllt den Willen des Vaters.
Der Hymnus im zweiten Kapitel des Philipperbriefes besingt das Geheimnis des Gottessohnes, der Mensch wird, indem er sich selbst an die letzte Stelle setzt, nämlich an die des Sklaven, die ihn nicht nur dem Vater gehorsam, sondern auch den Menschen untertan macht, bis zum Tod am Kreuz, der im Römischen Reich ein Tod war, der vor allem Sklaven vorbehalten war. Von dieser untersten Stellung aus umarmt er uns wirklich alle, niemand bleibt von seiner Gnade ausgeschlossen. Kardinal Kasper sagt: „Wie tief der Mensch auch fallen mag, er kann niemals tiefer fallen als in die barmherzigen Arme Gottes.“ Barmherzigkeit anzunehmen bedeutet zu glauben, dass Bekehrung möglich ist und dass sie, wie Ezechiel schreibt, der Weg zum Leben ist. Zöllner und Prostituierte werden zum Vorbild, weil gerade sie bereit sind, die frohe Botschaft der Erlösung anzunehmen und sich von ihr radikal verändern zu lassen. Die beiden Söhne des Gleichnisses aus dem Evangelium sind ihrem Vater gegenüber beide nicht sofort gehorsam. Keiner von beiden ist zu einem vollkommen Ja bereit. Doch der erste geht den Weg der Bekehrung, weil sein Nein ihn reut.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster