30. August 2020
Zweiundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Petrus wird vom Fels zum Stolperstein, denn statt dem Willen des Vaters zu gehorchen denkt er in den Kategorien dieser Welt.
Eigentlich müssten die Evangelien des vergangenen Sonntags und des heutigen Sonntags zusammen gelesen werden. Letzten Sonntag hörten wir das Bekenntnis des Petrus zu Christus, dem Sohn des lebendigen Gottes. Heute hören wir wie derselbe Petrus die bevorstehende Passion Jesu nicht hinnehmen will. Petrus wird gleichsam vom Felsen zum Stolperstein. Petrus hat „nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“. Hatte ihm beim Bekenntnis zu Jesus als dem Sohn Gottes der Vater die richtigen Worte ins Herz gelegt, gleicht sich Petrus nun wieder, wie es im Römerbrief heißt, dieser Welt an und urteilt nach der Logik dieser Welt. Erst wenn Petrus sich, wie es weiter im Römerbrief heißt, verwandeln lässt und sein Denken erneuert, kann er den Willen Gottes erkennen und damit die Fülle des Lebens auf dem Weg der Selbsthingabe in Liebe erreichen. An Jesus zu glauben bedeutet nicht nur zu bejahen, wer er ist, sondern seine völlig andere Denk- und Sichtweise anzunehmen, die unsere Lebensweise radikal verändert. Der Kreuzweg ist ein Weg des Todes und der Auferstehung. Er lässt uns in unserer gewohnten Denkweise sterben, um in einer anderen Art und Weise wiedergeboren zu werden und das Leben richtig zu verstehen und zu meistern. Dies ist, so würde Jeremia sagen, nur möglich, wenn wir Gottes brennendem Feuer erlauben, in uns zu wohnen, und zwar auf unbändige Weise.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster