21. Juni 2020
Zwölfter Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Furcht zu überwinden, bedeutet zu wissen, dass wir in Gottes Händen sind. Wir sind in seinen Augen kostbar und durch ihn behütet.
Der heilige Paulus verkündet den Römern: Durch den ersten Adam kam die Sünde in die Welt, und der neue Adam hat die Sünde getilgt. Tod, Versagen, Ablehnung, … sie haben nicht das letzte Wort über unser Leben. Sie werden verklärt in Jesus Christus und seinem österlichen Sieg. Was jetzt noch in der Finsternis ist durch den ersten Adam, wird durch Jesus Christus, den neuen Adam, in die Fülle des Lichts geführt werden. „Fürchtet euch nicht!“ Dreimal erklingt dieses Wort Jesu mit Nachdruck in der Lesung aus dem Matthäusevangelium. Wie der Evangelist bei der Einführung in die Missionsrede (Mt 9,35-38) schreibt, wird die Aussendung der Zwölf durch Jesu Mitleid mit der Menge, den Schafen ohne Hirten, begründet. Nun richtet sich Jesu Blick auf die Jünger selbst. Der Sieg über die Angst beruht nicht auf persönlichem Mut, noch darf er sich auf eigene Mittel stützen. Im Gegenteil, Jesus erinnert die Jünger an ihren schwachen, zerbrechlichen, hilflosen Charakter. Sie sind wie Spatzen, die sich kaum für einen Pfennig verkaufen. Sie sind wie der Prophet Jeremia, der bekennt, dass er ein niedriger Mann ist, den aber der Herr von den Händen der Übeltäter befreit hat. Das ist es, was die Angst überwindet: zu wissen, dass wir von Gott behütet werden, weil wir in seinen Augen kostbar sind.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster