3. Mai 2020
Vierter Sonntag der Osterzeit
Jahr A
Der Hirte führt die Schafe hinaus auf die Weiden des Lebens, wo uns nicht ein Zaun beschützt, sondern die lebendige Beziehung zum Hirten.
„Ihr hattet euch verirrt wie Schafe“, schreibt der heilige Petrus, „jetzt aber habt ihr euch hingewandt zum Hirten und Hüter eurer Seelen“. Einen ganz besonderen Hirten haben wir: Er lässt uns nicht in geschützten und sicheren Gehegen eingeschlossen. Im Gegenteil, er führt uns hinaus, geht vor uns her und führt uns mit seiner Stimme, die die Schafe zu erkennen gelernt haben. Er kennt seine Schafe, und er beschützt sie vor aller Gefahr. Manchmal, so erinnert uns Ps 23, müssen wir durch dunkle Täler wandern. Doch dürfen wir vertrauen, brauchen keine Angst zu haben, nichts Böses zu fürchten, und zwar nicht weil wir an geschützten und verschlossen Orten bleiben, „denn du bist bei mir“. Uns zu beschützen braucht es keine Zäune, Mauern oder Verteidigungsanlagen, sondern eine wahre und lebendige Beziehung: die Beziehung zum Hirten, der uns zu den ewigen Weiden des Vaters führt. Früher wurden die Schafe in den Tempel geführt, um Gott geopfert zu werden. Jetzt ist es stattdessen der Hirte, der eintritt, um sie herauszuführen, in einer umgekehrten Beziehung zu Gott: nicht mehr die Schafe müssen Gott geopfert werden, sondern der Sohn Gottes, der gute Hirte, der sein Leben für die Schafe anbietet, damit sie Leben in Fülle haben.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster