10. November 2019
Zweiunddreißigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr C
Gott ist der Gott der Lebenden, nicht der Toten. Leben heißt, sich selbst als zu Gott gehörig zu erkennen, in einem Band der Loyalität, das stärker ist als der Tod.
Im Buch der Makkabäer findet sich die deutlichste Aussage im Alten Testament über die Auferstehung: „Der König der Welt wird uns zu einem neuen, ewigen Leben auferstehen lassen, weil wir für seine Gesetze gestorben sind.“ Der Glaube an die Auferstehung von den Toten kommt in der Bibel erst vergleichsweise spät auf, sodass er zur Zeit Jesu noch kontrovers diskutiert wurde. Die Pharisäern glaubten an die Auferstehung, die Sadduzäer nicht. Die heutige Lesung aus dem Lukasevangelium ist von besonderer Bedeutung, da er wahrscheinlich die einzige Stelle im Neuen Testament ist, die den Glauben an die Auferstehung begründet, ohne dass ausdrücklich auf die Auferstehung Jesu Bezug genommen wird. Andere Stellen bestätigen, dass wir an die Auferstehung glauben können, weil Jesus auferstanden ist. Hier begegnet uns jedoch nicht der Glaube der ersten christlichen Gemeinde nach Ostern, sondern der Glaube Jesu selbst, der im Vertrauen auf die Treue des Vaters, des Gottes nicht der Toten, sondern der Lebenden, in den Tod ging. Dieses Vertrauen Jesu ist Vorbild vor uns. Wir gehören uns nicht selbst. In einsamen und autarken Handlungen, herrschen das Böse und der Tod. Wenn wir zu Gott und seiner Liebe gehören, können wir nicht gleichzeitig zum Tod gehören. Gott ist der Gott der Lebenden. Leben heißt, sich als zu Gott gehörig zu erkennen.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster