14. Juli 2019
Fünfzehnter Sonntag im Jahreskreis
Anno C
Das Wort Gottes ist uns nahe, und es fordert uns auf, in Gesten der Barmherzigkeit und des Mitgefühls anderen nahe zu sein.
Dtn 30,9c-14; Ps 69 (68); Kol 1,15-20; Lk 10,25-37
„Das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten“, heißt es in der Lesung aus dem Buch Deuteronomium Wir erfahren die Nähe des Wortes Gottes zu unserem Leben, wenn es uns dazu drängt, unseren Mitmenschen zum Nächsten zu werden und barmherzig an ihnen zu handeln. Verkörpert ist dies im Evangelium durch die Gestalt des barmherzigen Samariters, der vor allem ein christologisches Bild ist: Er offenbart uns Jesus selbst. Der Priester und der Levit gehen auf der Straße, die von Jerusalem nach Jericho hinabführt. Wahrscheinlich kehren sie aus dem Tempel zurück, wo sie ihren Kultdienst geleistet haben. Sie hörten und feierten das Wort Gottes, doch ließen sie sich von Gottes Wort nicht ansprechen, es bewirkte nichts in ihnen Der Samariter, der aus anderen Gründen in Jerusalem gewesen sein muss, denn sein Tempel befindet sich an einem anderen Ort auf dem Berg Garizim, weiß, was Gottesdienst wahrhaftig bedeutet, weil er einen Dienst an dem bedürftigen Mann leistet und damit letztlich Gott dient. Wahrer Gottesdienst trennt die Liebe zu Gott nicht von der Liebe zum Nächsten. Durch seine Barmherzigkeit wird der Samariter zum wahren Tempel Gottes, und auch damit zur christologischen Figur, denn, wie Paulus an die Kolosser schreibt, „Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen“.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster