24. März 2019
Dritter Sonntag der Fastenzeit
Jahr C
Der brennende Dornbusch und der unfruchtbare Feigenbaum enthüllen zwei Züge der Liebe Gottes: Mitleid und Barmherzigkeit. Für uns ist das ein Aufruf zur Bekehrung.
Die Lesungen dieses dritten Sonntags der Fastenzeit führen uns in zwei Bildern einige Züge des Antlitzes Gottes vor Augen. Die Lesung aus dem Buch Exodus erzählt vom brennenden Dornbusch, und im Evangelium hören wir von einem Feigenbaum ohne Frucht. Beide Bilder zeigen uns Gottes Liebe und heben zwei Aspekte hervor: sein Mitleid und seine Barmherzigkeit. Dem Midrasch zufolge spricht Gott aus dem Busch, umgeben von Dornen, zu Mose aus Mitleid, weil er persönlich an den Leiden seines Volkes teilnimmt. Der Feigenbaum offenbart uns die Barmherzigkeit, mit der der Winzer beschließt, ein weiteres Jahr zu warten, denn „vielleicht trägt er doch noch Früchte“. Zwischen diesen beiden Bildern steht der energische Ruf Jesu zur Bekehrung. Wir sind nicht mehr und nicht weniger Sünder als die von Pilatus getöteten Galiläer oder die achtzehn Männer, die beim Einsturz des Turms von Schiloach erschlagen wurden. Das Böse präsentiert sich weiterhin in unserer Geschichte in all seiner Absurdität und wir bleiben ohne Worte, die es erklären können. Zu Recht: Es gibt keine Worte, die es rechtfertigen oder erklären könnten. Aber es gibt zwei Züge des Antlitzes Gottes, aufgrund derer wir uns stets um Bekehrung bemühen dürfen und müssen, um von der absurden Logik des Bösen zur Logik Gottes zu gelangen, die in den heutigen Lesungen durch den brennenden Dornbusch und den Feigenbaum dargestellt werden: sein Mitleid und seine Barmherzigkeit.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster