15. Dezember 2019
Dritter Adventssonntag
Jahr A
Bevor Johannes Zeugnis über Jesus ablegt, ist es Jesus, der Johannes als Propheten bezeugt und ihn damit in der Wahrheit seines Glaubens festigt.
„Er selbst wird kommen und euch erretten“, ruft Jesaja aus. Das Evangelium führt Johannes – und mit ihm auch uns – die Zeichen der nahenden Erlösung vor Augen, die Jesus bewirkt. Johannes zweifelt zunächst an Jesus, weil dessen Art ihn überrascht. Derjenige, der ausgesandt wurde, um andere zur Umkehr zu führen, muss zunächst selbst umkehren. Das ist ein Grundmotiv der Begegnung mit Jesus: Die eigene Erwartung in Frage zu stellen, um in der Begegnung mit ihm verfügbar bleiben. So können wir unsere Motivation überprüfen und auf den rechten Weg zurückfinden, um Jesu Geheimnis an den Worten und Zeichen zu erkennen, mit denen er sich offenbart. Außerdem hören wir im Evangelium heute das Zeugnis, das Jesus über Johannes gibt: Johannes ist mehr als ein Prophet! Auch dies ist eine notwendige Voraussetzung für die Begegnung Jesus. Wir müssen uns von Jesus durchschauen und erkennen lassen. Das ist das Fundament der Freude, die wir an diesem Sonntag Gaudete feiern. Wir können uns freuen, weil der Herr uns trotz aller Bedenken unseres Glaubens kennt, durchdringt und reinigt. Jakobus mahnt uns: „Haltet geduldig aus bis zur Ankunft des Herrn!“ Der Herr selbst ist geduldig mit uns, der auf die volle Reifung unseres Glaubens wartet.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster