25. August 2019
Einundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr C
Jesus ist die Tür zum Vater. Durch die enge Tür zu gelangen bedeutet, sich nach Jesu Vorbild umgestalten zu lassen.
Jes 66,18-21; Ps 117 (116); Hebr 12,5-7.11-13; Lk 13,22-30
Die enge Tür, die im Evangelium erwähnt wird, kann die Tür eines Hauses meinen. Gemeint sein kann aber auch das Tor einer Stadt. In biblischer Zeit waren Städte durch eine Stadtmauer geschützt, in der es ein großes Tor gab, durch das tagsüber Pferde, Wagen und Vieh in die Stadt gelangen konnten. Jesaja erwähnt in der ersten Lesung auch Kamele als Reittiere. Bei Sonnenuntergang wurde das Stadttor geschlossen. Neben dem Stadttor war üblicherweise noch eine kleine Tür, durch die eine Person ohne Wagen oder Reittier in die Stadt gelangen konnte, und die für Spätankömmlinge oder Notfälle da war, wenn das Haupttor geschlossen war. Diese kleine Tür wurde nicht für jeden geöffnet, sondern nur für bekannte und vertrauenswürdige Personen. „Ich weiß nicht, woher ihr seid“, sagt der Hausherr im Evangelium zu denen, die spät anklopfen. Den Herrn zu kennen und mit ihm vertraut zu sein, ist wichtig für den Bittsteller. Jemanden zu kennen und mit ihm vertraut zu sein, heißt auch, sich von ihm in Frage stellen und korrigieren zu lassen, wie es in der Lesung aus dem Hebräerbrief steht. Durch das große Tor kommt jeder, aber um durch die enge Tür zu gelangen, muss man sich umwandeln lassen. Diese enge Tür ist Jesus: Wir müssen uns von ihm verwandeln lassen, um ihm ähnlich zu werden.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster