11. August 2024
Neunzehnter Sonntag
im Jahreskreis
Jahr B
Nützlich und demütig, kostbar und keusch: Die heilige Klara von Assisi ist auch heute noch ein kraftvolles Vorbild für ein Leben nach dem Evangelium.
DIE HEILIGE KLARA VON ASSISI
GELOBT SEIST DU, MEIN HERR, FÜR SCHWESTER WASSER
Das war die neue Frau aus dem Spoletana-Tal,
der eine neue Quelle lebensspendenden Wassers erschlossen hat
zur Erfrischung und zum Nutzen der Seelen.
Heiligsprechungsbulle für die Heilige Klara 11
Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser.
Sehr nützlich ist sie und demütig und kostbar und keusch.
Hier ist Klara all das: eine Frau, die paradoxerweise in ihrer Abgeschiedenheit nützlicher, in ihrer höchsten Armut reicher und wertvoller ist als jede Adlige oder Königin, in ihrer jungfräulichen Liebe fruchtbarer als jede Tochter oder Braut oder Mutter dieser Welt. Ja, das Leben von Klara war nützlich im Verborgenen. Sind es nicht die verborgenen Kräfte, die wirklich wertvoll sind? Ist es nicht vielleicht die Hefe, die im Teig verschwindet, die alles gären lässt, damit das Brot auf dem täglichen Tisch duftend und reichlich ist? Klara war auch demütig in ihrer Hingabe, indem sie sich Tag für Tag Gott anvertraute, wie ein Kind seiner Mutter, und aus seiner Hand aß wie die Spatzen im Himmel. Sie war auch kostbar in ihrer Armut, die weder Faulheit noch eine Bequemlichkeit war. Sie hatte verstanden, dass ständiges Ansammeln von Reichtum nicht dazu beiträgt, so zu leben, wie man es sich wünscht, denn wenn man zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, finden Gott und der Nächste keinen Raum mehr, um in ihrer Andersartigkeit präsent zu sein. Und schließlich war sie keusch in der Liebe, das heißt, sie verstand, dass die Liebe das Ewige der Person ist. Eine sehr aktuelle Botschaft, die noch immer in der Kirche und in der Welt durch die Nonnen der Armen Klara nachhallt, in denen das Antlitz dieser neuen Frau hell leuchtet wie die Morgenröte der Ewigkeit.
Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)
Übersetzung von fr. Daniel Tibi,
Abtei Kornelimünster