11. August 2024

Neunzehnter Sonntag
im Jahreskreis

Jahr B

Nützlich und demütig, kostbar und keusch: Die heilige Klara von Assisi ist auch heute noch ein kraftvolles Vorbild für ein Leben nach dem Evangelium.

DIE HEILIGE KLARA VON ASSISI
GELOBT SEIST DU, MEIN HERR, FÜR SCHWESTER WASSER

 

Das war die neue Frau aus dem Spoletana-Tal,
der eine neue Quelle lebensspendenden Wassers erschlossen hat
zur Erfrischung und zum Nutzen der Seelen.

Heiligsprechungsbulle für die Heilige Klara 11

An diesem neunzehnten Sonntag der ordentlichen Zeit feiert die franziskanische Welt das Fest der heiligen Klara von Assisi. Auch wir möchten uns kurz mit dieser Gestalt befassen (die Lektüre der Texte der Messe überlassen wir den Lesern). Der Grund dafür ist einfach: Klara ist auch heute noch eine starke Erinnerung an eine radikale Umsetzung der biblischen Botschaft. Die „kleine Pianticella“, wie Franziskus sie gerne nannte, gehört zu den Frauen, die ihre Seelen gerettet haben, indem sie sich an Christus gebunden haben. Frauen, die also wie wenige andere, der Welt entsagt haben. Seelen, die ausgegrenzt, isoliert, auf tausend Arten gekreuzigt sind … aber unsagbar frei und freudig. Seelen, die dem Stummen eine Stimme geben, die das Stumme und Verborgene und gleichzeitig die realste und lebendigste Seite des Lebens in seinen unendlichen Schattierungen feiern. Da ein erschöpfendes Porträt unmöglich ist, lesen wir nur eine Strophe aus dem Gesang der Kreaturen, der dem Wasser gewidmet ist, wo Franziskus auch die süße Gestalt der Klara feiert. In vier Worten hat der Heilige die kontemplative Erfahrung seiner treuesten Anhängerin meisterhaft eingefangen.

Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser.
Sehr nützlich ist sie und demütig und kostbar und keusch.

Hier ist Klara all das: eine Frau, die paradoxerweise in ihrer Abgeschiedenheit nützlicher, in ihrer höchsten Armut reicher und wertvoller ist als jede Adlige oder Königin, in ihrer jungfräulichen Liebe fruchtbarer als jede Tochter oder Braut oder Mutter dieser Welt. Ja, das Leben von Klara war nützlich im Verborgenen. Sind es nicht die verborgenen Kräfte, die wirklich wertvoll sind? Ist es nicht vielleicht die Hefe, die im Teig verschwindet, die alles gären lässt, damit das Brot auf dem täglichen Tisch duftend und reichlich ist? Klara war auch demütig in ihrer Hingabe, indem sie sich Tag für Tag Gott anvertraute, wie ein Kind seiner Mutter, und aus seiner Hand aß wie die Spatzen im Himmel. Sie war auch kostbar in ihrer Armut, die weder Faulheit noch eine Bequemlichkeit war. Sie hatte verstanden, dass ständiges Ansammeln von Reichtum nicht dazu beiträgt, so zu leben, wie man es sich wünscht, denn wenn man zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, finden Gott und der Nächste keinen Raum mehr, um in ihrer Andersartigkeit präsent zu sein. Und schließlich war sie keusch in der Liebe, das heißt, sie verstand, dass die Liebe das Ewige der Person ist. Eine sehr aktuelle Botschaft, die noch immer in der Kirche und in der Welt durch die Nonnen der Armen Klara nachhallt, in denen das Antlitz dieser neuen Frau hell leuchtet wie die Morgenröte der Ewigkeit.

Kommentar von d. Sandro Carotta, osb
Abbazia di Praglia (Italien)

Übersetzung von fr. Daniel Tibi, 
Abtei Kornelimünster

Pin It on Pinterest

Share This

Questo sito utilizza i cookie per fornire la migliore esperienza di navigazione possibile. Non utilizza cookie per finalità commerciali né fornisce a terzi le informazioni sugli utenti. Continuando a utilizzare questo sito senza modificare le impostazioni dei cookie o cliccando su "Accetta" permetti il loro utilizzo. Per saperne di più sui cookie, clicca su maggiori informazioni

Questo sito utilizza i cookie per fornire la migliore esperienza di navigazione possibile. Continuando a utilizzare questo sito senza modificare le impostazioni dei cookie o cliccando su "Accetta" permetti il loro utilizzo.

Chiudi