30. Juli 2023
Siebzehnter Sonntag
im Jahreskreis
Jahr A
Die Gleichnisse vom Schatz und der Perle erinnern uns daran, dass das Reich Gottes einen Wert hat, der die Güter der Welt unendlich übersteigt und unserem Leben Sinn und Fülle geben kann.
DER SCHATZ UND DIE PERLE
Das Evangelium dieses Sonntags stellt uns drei weitere kleine Gleichnisse über das Reich Gottes vor: das Gleichnis vom Schatz im Acker (vgl. Mt 13,44), dann das Gleichnis von der kostbaren Perle (vgl. Mt 13,45-46) und schließlich das Gleichnis vom Netz (vgl. Mt 13,47-50). Zum Schluss stellt uns Matthäus die Figur des Schriftgelehrten vor, der ein Jünger des Reiches Gottes geworden ist. Er muss es verstehen, das Alte und das Neue zu vermitteln, indem er zeigt, wie die Verheißungen Gottes in Jesus Christus wahr geworden sind (vgl. Mt 2,23).
Das Gleichnis vom verborgenen Schatz dreht sich um ein Verb: finden (V. 44). Ein Mann findet zufällig einen Schatz auf einem Feld. Das war in jenen Tagen nicht ungewöhnlich, auch aus einem bestimmten Grund: Wo normalerweise Unsicherheit herrscht (Kriege und Banditentum), ziehen es viele Menschen vor, ihren Besitz zu schützen, indem sie ihn verstecken (in unserem Fall unter der Erde). Der Mann im Gleichnis macht sich also sofort auf den Weg, um den Acker zu kaufen, auch weil er nach der damaligen Gesetzgebung mit dem Besitz des Ackers von Rechts wegen auch Eigentümer dessen wurde, was sich darin befand. Dieser Mann ist also klug und versteht es, sein Geschäft gut und mit Vorteil zu betreiben. Die Väter, die diese Gleichnisse gelesen haben, sahen im Schatz des Ackers Jesus Christus selbst, dessen Entdeckung den Jünger dazu bewegen muss, das, was er besitzt, zu verkaufen, um ihn zu kaufen (vgl. Phil 3,7-8).
Das kleine Gleichnis von der kostbaren Perle dreht sich um zwei Verben: suchen (V. 45) und finden (V. 46). Findet der Mann den Schatz zufällig, geht der Kaufmann bewusst auf die Suche nach der Perle und ist bereit, die damit verbundenen Mühen auf sich zu nehmen und alles, was er besitzt, zu verkaufen, um sie zu kaufen. Die Perle wurde auch als ein Bild für Christus gesehen. Und wenn es stimmt, dass Christus die Perle ist, dann ist Maria die Muschel, die sie hervorgebracht hat. Wie die Perle in der Muschel verborgen ist, so ist die Göttlichkeit des Gottessohnes in seinem Fleisch verborgen.
Die beiden Gleichnisse (Schatz und Perle) erinnern uns also daran, dass das Reich Gottes einen Wert hat, der die Güter dieser Welt unendlich übersteigt und unserem Leben Sinn und Fülle geben kann.
Kommentar von b. Sandro Carotta, osb Abbazia di Santa Maria – Praglia (Italia)
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster