13. November 2022

Dreiunddreißig Sonntag im Jahreskreis

Jahr C

Es wäre eine große und schwerwiegende Täuschung, die Beharrlichkeit, zu der der Herr uns auffordert, zu improvisieren, um nicht verführt zu werden.

Auf der letzten Seite der kleinen Propheten kommt Maleachi zu Wort, der uns in einem kurzen Text mit einem starken Bild konfrontiert: der Tag des Herrn, der wie ein Ofen sein wird, in dem die Geschichte der Menschheit geprüft und geläutert werden wird. Der Apostel Paulus spricht von dem Brot, das nicht durch Müßiggang verdient werden kann, sondern durch stille Arbeit und Fleiß verdient werden muss. Lukas warnt uns zunächst vor einer oberflächlichen Sicht des geistlichen Lebens, die von falschen Messiassen und falschen Propheten genährt und verflacht wird, deren eitle Hoffnungen uns vorgaukeln, sie könnten uns die anspruchsvolle und ständige innere Arbeit des Ausharrens abnehmen. Das vom Herrn bestätigte Vertrauen, dass nicht einmal ein Haar verloren geht, erspart uns nicht die Mühsal, die Last des Unverständnisses zu tragen, die so weit gehen kann, dass man sogar und noch schmerzlicher von seinen Brüdern, Verwandten, Freunden gehasst wird. Der Raum der evangelischen Hoffnung umfasst ein weites Feld des Kampfes und der inneren Bereitschaft, den Preis für die tiefe Überzeugung zu zahlen, dass Jesus der Herr der Geschichte ist, auf den wir hoffen und den wir erwarten. Die Worte, mit denen der Herr Jesus uns zum Ende dieses Kirchenjahres begleitet, mögen überraschen, aber sie sind eigentlich gar nicht überraschend. Das, wovon der Herr spricht, ist in der Tat nichts Neues; die Dinge, die er seinen Zuhörern vorstellt, sind schrecklich alltägliche Realitäten im Leben unserer Menschheit, sei es auf äußerer und katastrophaler Ebene, wie es Erdbeben sein können, oder im Hinblick auf die Beziehungstragödien, die sich innerhalb unserer engsten Beziehungen abspielen. Auf diese Weise bittet uns der Herr, uns nicht von scheinbar außergewöhnlichen Ereignissen ablenken zu lassen, um aufmerksam, wachsam und zutiefst auf das Zentrum unseres Inneren konzentriert zu bleiben, um zu verstehen, was unser Platz ist, und ihn nicht – aus welchem Grund auch immer – bis zum Ende zu verlassen. Die Übergabe lässt keinen Zweifel: Durch deine Beharrlichkeit wirst du dein Leben retten.

Kommentar von d. Michael David, osb Novalesa Abtei

Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster

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