7. August 2022

Neunzehnter Sonntag im Jahreskreis

Jahr C

Die große Überraschung wird das große Urteil über die Geschichte und über jeden einzelnen sein: Der Herr, den wir erwarten, wird sich noch immer vor uns verneigen und uns mit seinem Dienst ehren.

Das Wort des Herrn Jesus will uns Mut machen, damit auch wir, wie das Volk, das berufen ist, durch die Nacht der österlichen Befreiung zu gehen, den Pilgerweg des Glaubens wie und mit unseren Vätern gehen können. Es scheint, dass die Ermutigung Jesu: „Fürchtet euch nicht, ihr kleine Herde“ die Schritte eines jeden Mannes und einer jeden Frau immer begleitet hat und nie aufhören wird, sie zu begleiten. Das Evangelium hilft uns, einen Schritt weiter zu gehen, und fordert uns auf, in jene „Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat“, einzutreten, die den größten – ja den einzigen – Schatz des Lebens darstellt, unerschöpflich und sehr sicher, weder vom Dieb noch von der Motte bedroht. Darüber hinaus weist uns der Herr auf unsere innere Reise hin, indem er uns auf das Herz als den Ort der Unterscheidung und der Wahrheit hinweist, dessen Nacht mit der immerwährenden Lampe der ständigen Aufmerksamkeit erleuchtet werden muss, die die Seele in der Schwebe hält, um jeden Weg Gottes in unserem Leben aufzunehmen. Die große Begrüßung bei der Wiederkunft des Herrn wird durch die kleine Begrüßung jedes einzelnen Bruders vorbereitet, um den wir uns liebevoll und mit großer Gerechtigkeit zu kümmern wissen. Wir sind wie Kinder, denen ein Versprechen gegeben wurde und die auf die Rückkehr ihrer Mutter oder ihres Vaters warten, um zu erfahren, um welches Geschenk es sich konkret handelt. Das Einzige, woran Kinder, denen ein Geschenk versprochen wurde, nicht denken können – auch nicht beim Einschlafen –, ist, dass der Herr des Hauses nicht zurückkommt und dass sich das Versprechen in Wirklichkeit als Täuschung herausstellen könnte: „Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt!“

Kommentar von d. Michael David, osb Novalesa Abtei

Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster

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