8. November 2020
Zweiunddreissigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Auch wenn wir auf die Erfüllung noch warten müssen, darf es uns nie am Öl der Hoffnung und an der rechten Selbsterkenntnis fehlen.
Die Weisheit „geht selbst umher, um die zu suchen, die ihrer würdig sind“. Sie sucht uns. Wir haben eine andere Aufgabe: Wir müssen ihrer würdig werden. Und wer würdig ist, dem wird unmittelbar vorher gesagt: „Über sie nachzusinnen, ist vollkommene Klugheit; wer ihretwegen wacht, wird schnell von Sorge frei“ (V. 15). Anstatt uns im Vertrauen auf unsere eigenen Fähigkeiten darum zu bemühen, sie zu erobern, müssen wir wachsam und bereit zu sein, ihr Geschenk anzunehmen. Der Weisheit würdig ist, wer über sie zu wachen weiß. Wer, wie wir hinzufügen dürfen, seine eigene Armut und seine eigene Grenze erkennt, schließt nicht die Augen vor ihnen, aber er leidet auch nicht unter ihnen; vielmehr nimmt er sie an und lebt sie in Erwartung desjenigen, der kommen wird, um sie mit seinen Gütern zu füllen, um ihnen mit Barmherzigkeit zu vergeben. Das ist die Weisheit der fünf weisen Jungfrauen des Gleichnisses. Es kommt vor, dass der Bräutigam zu spät kommt und die Jungfrauen, von Müdigkeit überwältigt, einschlafen. Alle zehn weichen dem Schlaf. Aber die fünf weisen Frauen haben ihrer Einschränkung Rechnung getragen. Sie haben vorausgesagt, dass sie nicht in der Lage sein werden, die Nachtwache zu halten, und sind in den Bunker gelaufen, um ein Mittel zu finden und genug Öl zu beschaffen, um die Lampen im notwendigen Moment wieder zu entfachen. Das ist die Weisheit, zu der Jesus uns einlädt: mit Demut und Intelligenz die eigenen Schwächen zu erkennen und ihnen vorzubeugen. Und das Öl, das es zu behalten gilt, ist die Hoffnung der Begegnung. Ganz gleich, wie lange die Wartezeit ist. Entscheidend ist, dass das Öl der Begierde nicht versiegt.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster