18. Oktober 2020
Neunundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Es gibt nur einen Herrn in unserem Leben: Gott, der uns ruft und nach dessen Bild wir geschaffen sind, damit wir ihm ähnlich werden.
„Ich bin der Herr und sonst niemand, außer mir gibt es keinen Gott“, sagt der Herr durch den Propheten Jesaja. Der Herr offenbart sich uns, so Paulus im Brief an die Thessalonischer, als eine Liebe, die uns erwählt, uns im Glauben bestärkt und uns Hoffnung gibt. Auf der anderen Seite ist diese Liebe aber auch fordernd: sie erwählt, sie ruft, sie wartet auf eine Antwort. Für Paulus ist die rechte Antwort auf diese Liebe das, was die christliche Tradition theologische Tugenden nennen wird: Glaube, Hoffnung, Nächstenliebe. Theologische Tugenden, weil sie ihren Ursprung nicht in uns, sondern in Gott finden. Sie kommen von ihm und führen zu ihm. Auch aus diesem Grund, sagt Jesus, ist es notwendig, dem Kaiser zu geben, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört. Es gibt Dinge, die dem Kaiser gehören und die Gott nicht für sich beansprucht. Es ist die Verantwortung in der Geschichte, das Engagement für das Gemeinwohl, die Verwaltung eines Reiches. Aber es gibt auch Dinge, die Gott gehören und die der Kaiser nicht für sich beanspruchen kann. Das ist gleichsam das andere Bild, nicht das, was auf eine Münze geprägt ist, sondern das in uns, in unserer Person eingeprägt ist. Wir sind nach dem Bilde Gottes geschaffen, und wir sollen sein Bild widerspiegeln. Er ist der einzige Herr unseres Lebens. Der Kaiser will über uns herrschen, doch lässt uns der Glaube erkennen, dass ein anderer die alleinige Herrschaft hat. Die Nächstenliebe lehrt uns, für die Freiheit aller zu kämpfen, auch wenn wir dabei unsere Existenz opfern müssen. Hoffnung macht uns hartnäckig und treu, auch angesichts von Bedrohungen und Verfolgung.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster