4. Oktober 2020
Siebenundzwanzigster Sonntag im Jahreskreis
Jahr A
Gottes Weinberg gehört den Sanftmütigen. Seine Früchte gehören denen, die Taten der Liebe vollbringen.
Jesaja spricht davon, was der Herr alles für seinen Weinberg getan hat, doch statt saftiger Trauben bringt der Weinberg nur unreife Beeren hervor. Oft weiß das Volk Gottes nicht, wie es der Fürsorge seines Herrn und seinen Erwartungen gerecht werden kann. Das Gleichnis des Weinbergs, das Jesus erzählt, ist anders: seine Reben bringen reiche Frucht. Aber es sind die Bauern, die sie behalten wollen, ohne dem Herrn das zu geben, was ihm zusteht. Sie gehen sogar so weit, dass sie den Sohn des Besitzers, seinen Erben, töten wollen, um den Weinberg und seine Erzeugnisse in Besitz zu nehmen. Der Herr beschließt dann, seinen Weinberg an andere zu verschenken. Das Gleichnis spricht von „Erben“ und „Erbe“. Wenn der Erbe stirbt, an wen geht das Erbe über? Wer sind diese „anderen“, an die der Weinberg gehen wird? Im Matthäusevangelium gibt es mindestens zwei bedeutende Stellen, an denen vom Erbe gesprochen wird: die Seligpreisungen, in denen Jesus verkündet, dass die Sanftmütigen das Land erben werden und das Reich Gottes den Armen gegeben wird (vgl. Mt 5,5.3). Und da ist das Gleichnis vom Endgericht, nach dem denen, die zur Rechten des Königs stehen und Taten der Liebe vollbracht haben, gesagt wird: „Kommt, Gesegnete meines Vaters, nehmt das Reich in Besitz, das euch bereitet ist seit der Erschaffung der Welt an“ (Mt 25,34). Das sind die Früchte, die der Herr in seinem Weinberg zum Leuchten bringen will: „Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben“.
Kommentar von der Gemeinschaft von Dumenza
Übersetzung von fr. Daniel Tibi, Abtei Kornelimünster